27: Persönlichkeitsentwicklung im Job: Wie wir unsere Resilienz stärken & Stress besser bewältigen – Dr. Eva Asselmann

Shownotes

Wenn der Arbeitsalltag von Dauerstress und Druck geprägt ist, kann schnell das Gefühl entstehen: Alles wird zu viel. Was macht dieser Zustand mit unserer mentalen Gesundheit? Und wie bleiben Mitarbeitende unter diesen Bedingungen psychisch gesund und handlungsfähig? Darüber spricht Sandra Strauss in dieser Folge mit der Persönlichkeitspsychologin Prof. Dr. Eva Asselmann.

Im Gespräch geht es darum, wie sehr Arbeit unsere Persönlichkeit prägt, warum Resilienz nichts mit ständigem Funktionieren zu tun hat, und wie man eine Starre der Überforderung durchbricht, um wieder ins Tun zu kommen. Außerdem erklärt Eva Asselmann, warum Wertschätzung, Handlungsspielräume und psychologische Sicherheit entscheidende Faktoren für das Mental Wellbeing im Job sind, und was Führungskräfte und Organisationen strukturell tun können, damit Mitarbeitende nicht an Überlastung zerbrechen.

Hier findet ihr das Buch “Too much” von Eva Asselmann.

Habt ihr Fragen oder Feedback? Dann schreibt uns an podcast@urbansportsclub.com

Erfahre hier mehr über den Wellbeing Benefit von Wellhub.

Transkript anzeigen

00:00:02:

00:00:13: Hey und herzlich willkommen zu What's Up WellBeing, dem Podcast von Velhub Urban Sports Club.

00:00:18: Hier beschäftigen wir uns mit der Frage wie Corporate WellBeen Teil der Unternehmensstrategie werden kann?

00:00:24: Und welche Rolle Gesundheit und Wohlbefinden für die Motivation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden entspielen?

00:00:30: Ich bin Samra Strauss Head of WellBeing bei Valhub Urban Sports Club und freue mich riesig, dass ihr wieder dabei seid.

00:00:37: Seit neuestem könnt ihr diesen Podcast übrigens nicht nur anhören sondern auch anschauen!

00:00:42: Denn WhatsApp-WellBeing gibt's jetzt auch als Videopodcast – und zwar bei Spotify, Apple Podcasts oder YouTube.

00:00:48: Also schaut gerne mal vorbei!

00:00:49: Heute geht es um ein Thema das wahrscheinlich viele von uns aus der Arbeitswelt kennen… Das Gefühl, dass alles zu viel wird... Aber was macht dieses Permanente zu viel eigentlich mit unserer psychischen Gesundheit?

00:01:00: Und vor allem, was hilft Menschen dabei auch unter hoher Belastung gesund und handlungsfähig zu bleiben.

00:01:05: Darüber spreche ich heute mit Prof.

00:01:07: Dr.

00:01:07: Eva Asselmann!

00:01:09: Eva ist Professorin für Persönlichkeitspsychologie in Potsdam, an der HMU Healths & Medical University.

00:01:15: Sie forscht unter anderem zur Persönlichkeitentwicklung mentaler Gesundheit, Resilienz und Selbstwirksamkeit.

00:01:20: Eva ist zusätzlich auch Autorin – sie hat schon diverse Sachbücher veröffentlicht, schreibt gerade ihr nächstes Buch und Ihr aktuelles Buch heißt Too Much!

00:01:28: Warum wir Kontrolle suchen und Kraft im Loslassen finden?

00:01:32: Das Thema der heutigen Folge passt auch gerade zeitlich ganz wunderbar, denn am zehnten Oktober is Mental Health Awareness Day.

00:01:38: Deshalb schauen wir bei Wellhub Urban Sports glaube im Oktober auch noch mal intensiver auf das Thema mentale Gesundheit.

00:01:43: Das ist natürlich jederzeit wichtig, nicht nur zu Seuchen anlassen!

00:01:47: Aber jetzt erstmal herzlich willkommen Prof.

00:01:49: Dr.

00:01:50: Eva Asselmann.

00:01:51: Liebe Eva ich freue mich sehr dass du heute da bist und ich fange ja immer am liebsten mit unserer Check-in Frage an nämlich was hast Du heute schon für dein persönliches Wohlbefinden getan?

00:02:04: Ich bin heute relativ früh aufgewacht und habe mir dann einen Müsli zubereitet.

00:02:09: Und das ist so ganz entspannt, gefrühstückt, vierzig Minuten lang oder sowas mache ich sonst nicht... ...und das tat sehr gut!

00:02:16: Ja, und dann war ich noch schlockend tatsächlich

00:02:20: als ob wir uns abgestimmt hätten.

00:02:22: Eigentlich bin ich ja gar nicht so ein Frühstücksmäuschen.

00:02:24: Und eigentlich bin auch keine Müsli.

00:02:27: heute Morgen, habe ich sehr entspannt einen Müsili erst mal einweichen lassen.

00:02:31: Ganz entspannt mein Müsil gegessen ist jetzt wirklich nicht gescriptet.

00:02:34: das war so.

00:02:35: und dann war Ich auch Sport machen auf meinem Lieblingsreformer und hab eine ganz nette Kollegin getroffen.

00:02:41: Grüße an Kami gehen raus an der Stelle.

00:02:43: Das heißt es ist sehr lustig dass wir eine sehr ähnliche Routine heute morgen hatten

00:02:47: Total

00:02:49: Workout.

00:02:51: Du forscht ja, wie sich Persönlichkeiten vom Menschen im Laufe des Lebens entwickeln und welche Faktoren den größten Einfluss auf unsere Persönlichkeitentwicklung haben.

00:03:02: Wie ist denn die Rolle von Arbeit in dem Kontext einzuordnen?

00:03:07: Ja wir wissen dass die Arbeit schon eine Rolle spielt für die Persönheitsentwicklungen und zwar interessanterweise auch mehr als andere Dinge wie familiäre Erfahrungen.

00:03:17: Wir wissen zum Beispiel, dass junge Erwachsene wenn sie ins Berufsleben einsteigen.

00:03:21: Wir haben auch Studien durchgeführt mit tausenden von Personen und da konnten wir zeigen das die Gewissenhaftigkeit ansteigt.

00:03:28: also junge Menschen werden im Schnitt etwas ordentlicher und zuverlässiger in den Jahren nachdem Sie eingestiegen sind ins berufs Leben.

00:03:36: Das macht ja auch total Sinn weil diese neue Rolle Mit gewissen Anforderungen einhergeht.

00:03:40: ich muss da pünktlich erscheinen Ich muss die Aufgaben die man mir überträgt entsprechend machen und so weiter.

00:03:48: Und das erklärt das relativ gut, und bei der Arbeit haben wir vor allen Dingen auch sehr explizite Feedbackprozesse.

00:03:53: sprich wenn ich mich dann nicht so verhalte wie dass jemand von mir erwartet gibt es in der Regel ein Gespräch der Vorgesetzte.

00:03:59: die Vorgesetzten sagen mir sie mal zu dass du das anders machst und diese Prozesse die sind deutlich expliziter als im privaten.

00:04:08: Das könnte erklären warum gerade die arbeit hier so eine Rolle spielt Und wir verbringen natürlich auch sehr viel Zeit im Beruf.

00:04:15: Also wenn du über Jahre, Jahrzehnte, vierzig Stunden die Woche arbeitest dann prägt dich das natürlich irgendwie?

00:04:23: Absolut!

00:04:24: Dennoch finde ich es erstaunlich dass es fast noch mehr präagt am Anfang als familiäre Dinge und in Vorbereitung auf die Folge habe ich diese Tee mit meiner Tochter getestet, die ist zwanzig und die hat sofort bestätigt Ist gerade in einem Job drin.

00:04:37: Zum ersten Mal meinte ich, ja Mama das ist tatsächlich so.

00:04:40: Also ich habe jetzt so viele Dinge gelernt.

00:04:41: in den paar Wochen fand ich sehr interessant also sehr spannend und ich finde auch ganz wichtig wenn man nochmal reflektiert was Arbeit mit einem macht dass es tatsächlich auch durch Forschung bewiesen ist dass das so ist.

00:04:53: Ja wir müssen natürlich dazu sagen diese Veränderungen die sind im Schnitt klein Du wirst kein völlig anderer Mensch Und es hängt auch davon ab welchen Job du machst Weil es gibt ja von bis schreibt Jobs, wo du den ganzen Tag irgendwelche Texte schreibst oder kreative Jobs.

00:05:11: Also die Art und Weise wie Menschen arbeiten, da gibt's sehr viele unterschiedliche Formen.

00:05:18: Entsprechend können sie auch uns unterschiedlich prägen.

00:05:22: Jetzt gibts hier leider immer noch Arbeitsumfelder, die wir als toxisch oder als schwierig bezeichnen würden.

00:05:29: Gibt's da auch ... Ergebnisse Forschung, dass ich das auch negativ auf meine Persönlichkeitsentwicklung ... oder negativen Einfluss aus meiner Persönlichkeit haben kann.

00:05:41: Es kann v.a.

00:05:41: viel Stress verursachen und damit das Wurbefinden die mentale Gesundheit langfristig reduzieren.

00:05:47: Das wissen wir auf jeden Fall.

00:05:49: Problematisch ist vor allem wenn verschiedene Faktoren zusammenkommen eine sehr hohe Stressbelastung also ein hoher Workload bestimmte Stressoren, die vermehrt auftreten gepart mit geringer Autonomie.

00:06:01: Also wenn ich wenig Handlungsspielräume habe, wenig Puffer um selbst mir die Dinge einzurichten wie ich das gut handhaben kann.

00:06:08: Dann wirkt sich Stress besonders stark aus.

00:06:11: was hinzukommt sind so interpersonelle Faktoren.

00:06:14: Wenn ich zum Beispiel ein Chef ne Chefin habe die permanent ausrastet mich anschreit dann ist sowas natürlich auch sehr sehr belastend weil dieses ganze soziale wenn wir keine Anerkennung bei der Arbeit wieder fahren Das kann Menschen langfristig auch zermürben.

00:06:30: Was wenn so typische Folgen, die dadurch entstehen können?

00:06:34: Also die Stressbelastung steigt und in dem Zusammenhang können verschiedenste Symptome auftreten.

00:06:40: Einmal dass ich merke mir macht die Arbeit immer weniger Spaß.

00:06:43: Ich gehe da nicht mehr gerne hin dann auch das nicht abschalten können Wenn ich das Gefühl habe ich muss permanent an die Arbeit denken.

00:06:50: am Sonntagabend wird mir schon ganz anders Dass sich da Montag wieder hin muss Schlafstörungen Bauchschmerzen, andere körperliche Symptome.

00:07:00: Also die volle

00:07:02: Brandbreite.

00:07:05: Es gibt ja auch diese Redewendung Man wächst mit seinen Aufgaben.

00:07:10: Was sagst du dazu?

00:07:11: Stimmt es wirklich und wie können so große berufliche Herausforderungen wirklich nicht nur ein Stressfaktor sein sondern auch einen positiven Einfluss auf Persönlichkeitsentwicklung haben.

00:07:22: Also diesen Statement würde ich prinzipiell schon zustimmen.

00:07:25: Es kommt natürlich so ein bisschen auf die Aufgabe an, was uns weiterbringt sind Dinge, die fordern sind, die uns aber nicht überfordern.

00:07:38: Wenn wir etwas erleben wo wir das Gefühl haben dass es permanent too much.

00:07:41: Es ist zu viel, es überfordert

00:07:43: mich.".

00:07:43: Dann kann das zu chronischem Stress führen und das ist nicht förderlich für unser inneres Wachstum sondern führt eher dazu dass wir geschwächt daraus hervorgehen.

00:07:53: Hilfreich ist es wenn wir Herausforderungen haben, die ja schon vielleicht ein Tucken schwieriger sind als das was wir gewohnt sind wo wir schon noch eine Lern- und Entwicklungsmöglichkeit haben.

00:08:04: Wo wir aber prinzipiell davon ausgehenden Wenn ich mich anstrenge dann bekomme ich das hin und dann auch diese Erfahrung machen.

00:08:11: Das kann sehr positiv sein und kann unsere Selbstwirksamkeit also dass Vertrauen in ihre eigene Handlungsfähigkeit steigern.

00:08:18: Das sehen wir typischerweise auch wenn Menschen älter werden dass sie im Schnitt etwas gelassener werden.

00:08:24: Wahrscheinlich, weil wir mit der Zeit die Erfahrung machen es gibt immer mehr Aufgaben, Herausforderungen, die habe ich irgendwie hinbekommen und dann wird man natürlich so ein bisschen gelassner und sieht den Dingen etwas entspannter entgegen.

00:08:41: Gibt es da so ein Heck, wie ich rausfinden kann?

00:08:44: Es ist ja ein schmaler Grad was du gerade beschreibst zwischen Überforderungen und Ich kann den Schritt machen weil ich weiß ich kann daran lernen.

00:08:52: Gibt's da so einen Heck für mich selber zu bestimmen?

00:08:56: Wo wird das too much in die Überforderung reingehen und wo ist wirklich noch bin ich im Lernbereich?

00:09:04: Also Lernen kann punktuell stressig sein, dass ich vielleicht auch das Gefühl hab diese Woche oder diese Prüfungsphase oder jetzt kurz vor der Deadline ist es wirklich sehr viel.

00:09:13: Ich bin akut gestresst.

00:09:15: Wichtig ist, dass das nicht dauerhaft anhält sondern, dass sich mich danach wieder entspannen kann.

00:09:20: Ich würde sagen kritisch ist es immer dann wenn ... ich merke über Wochen oder vielleicht auch Monate, dass sie eigentlich permanent angespannt sind, nicht mehr so richtig zur Ruhe kommen.

00:09:31: Das ist schon So ein Punkt, wo man hellhörig werden kann oder sollte.

00:09:39: Wir haben es ja auch gerade schon angesprochen du hast sich sehr viel mit dem Gefühl von Überforderung alles ist viel beschäftigt und dabei ist ja dieses wunderbare Buch Tumac entstanden.

00:09:50: was passiert psychologisch wenn wir dauerhaft das Gefühl haben ich komme einfach nicht mehr hinterher?

00:09:56: Ja, irgendwann dann brennen wir aus.

00:09:57: Die typische Stressreaktion kommt in Gang und Stress ist eigentlich erstmal etwas sehr Nützliches.

00:10:03: Stress ist eine biologische Reaktion unseres Körpers der versucht uns alle Ressourcen ganz viel Energie bereitzustellen damit wir dazu in der Lage sind erhöhte Anforderungen zu bewältigen.

00:10:17: Nur klar, wenn unser Körper so viel Energie bereitstellt ist die irgendwann aufgebraucht.

00:10:21: und wenn ich chronisch gestresst bin dann bedeutet das irgendwann dass meine Energie immer geringer wird und die Symptome immer stärker werden.

00:10:28: und das kann passieren.

00:10:33: keine oder kaum noch Energie haben für die Anforderungen, die tagtäglich auf uns warten.

00:10:38: Und das kann dann in so eine Abwärtsspirale münden.

00:10:42: Dass ich zum Beispiel das Gefühl habe, ich darf mir jetzt gar keine Pause mehr gönnen!

00:10:45: Ich muss permanent durcharbeiten, weil ich ja gestern nichts geschafft habe, dadurch noch erschöpfter werde, mir noch mehr inneren Druck mache und so weiter.

00:10:54: Schön wäre, wenn wir wissen wo müssen wir die Kurve kriegen?

00:10:59: Hast du da auch so ein... Tipp.

00:11:01: Wie kann ich feststellen, jetzt muss ich wirklich mal aufpassen, dass ich aus diesem Too Much erst mal wieder rausgehe um ein Stück weit in die Generation zu gehen?

00:11:12: Am effektivsten ist das frühzeitig also bevor ich extrem gestresst bin weil ich da natürlich noch mehr Spielraum habe um überhaupt irgendetwas zu verändern und auch eher erkenne wie es mir geht.

00:11:24: Und Ich würde immer empfehlen mehrfach am Tag bewusst in sich hineinzuhören Wie bin ich eigentlich gerade hier?

00:11:29: Wie geht's mir und was kann ich für mich tun.

00:11:33: Und den Alltag so zu gestalten, dass es auch noch Raum gibt für Pausen, für Erholung.

00:11:40: Das können einmal größere Pausend sein wie regelmäßige Urlaube am Wochenende das man runterkommt, am Feierabend sich wirklich diese Zeit auch zu nehmen anstatt ein schlechtes Gewissen zu haben.

00:11:53: natürlich ist das nicht immer für jeden möglich Und wir wissen hier aber aus der Forschung, oft kommt es gar nicht auf so lange Entspannungszeiten an sondern um ganz kurze Unterbrechungen.

00:12:06: Wir sprechen auch von Micro Breaks zum Beispiel bei der Arbeit dass ich kurz die Arbeit pausiere in mich hinein horche ein paar mal ein und ausatme und wieder bei mir ankomme Ehe ich dann weitermachen.

00:12:19: Schon so ganz kleine Hex, die können dazu führen dass wir uns immer wieder im Alltag entspannen und dann gar nicht erst in diese Abwärtsspirale hineingeraten.

00:12:29: Klingt eigentlich ganz einfach ne?

00:12:32: Ja, die Kruchs ist ein bisschen.

00:12:34: je gestresster Wir sind es so schwerer fällt uns das.

00:12:38: Wir wissen auch das aus der Forschung.

00:12:40: Je gestrester wir sind desto weniger nehmen wir wahr wie's uns geht Und desto unwahrscheinlicher wird es, dass wir überhaupt eine Pause initiieren.

00:12:50: Dieses Pausen machen ist relativ anspruchsvoll weil da muss ich ja erst mal erkennen wie geht's mir gerade?

00:12:59: Brauche ich die Pause und dann muss sich die Pause aktiv machen und das gelingt dann eben häufig nicht.

00:13:08: Ja und wir leben ja auch heute in der Zeit wo wir permanent erreichbar sein müssen.

00:13:13: Wir reagieren auf E-Mail, auf Chatfunktionen.

00:13:15: In kürzester Zeit müssen ganz viele Entscheidungen ständig treffen.

00:13:20: Es sind hier eigentlich ständig in diesen Dauerrauschen drin.

00:13:24: Was macht eigentlich diese permanente Reiz- und Entscheidungsflut mit unserer Psyche?

00:13:30: Es ist ein ganz diffuses Grundrauschen, was sich ganz schwer fassen lässt.

00:13:34: Das ist ja einmal das wahnsinnige Tempo.

00:13:36: durch die Technisierung wird der Alltag immer schneller.

00:13:40: Das wird sich auch durch KI noch deutlich verschärfen.

00:13:43: Dann einhergehend damit die Reizflut – immer mehr Informationen, Reize-, Erwartungen prasseln auf uns ein.

00:13:50: Selbstoptinierungsdruck permanent sehen wir Menschen, die wunderschön aussehen.

00:13:55: Scheinbar alles wuppen in ihrem Alltag nur wir gefühlt nicht.

00:13:59: Häufig auch Einsamkeit weil wir ganz alleine vor unserem Smartphone hocken und gar keine tiefen erfüllenden Bindungen mehr eingehen.

00:14:08: Und all das dann noch die negativen Nachrichten und so weiter.

00:14:12: und sofort ist ja so ein diffuses etwas so einen Dauerzustand Und vielen Menschen geht es auch so, dass sie am Abend das Gefühl haben ich habe irgendwie gar nichts geschafft.

00:14:22: Ich war die ganze Zeit abgelenkt unterbrochen und ich fühle mich total gestresst.

00:14:26: aber es dürfte doch gar nicht sein weil so viel.

00:14:30: also Stress ist doch eigentlich nur okay wenn ich viel gemacht hätte und das führt natürlich ja dazu dass die Belastung immer weiter ansteigt Und damit einhergehen, haben viele Menschen das Gefühl, dass sie die Kontrolle über sich und ihren Alltag, über die Welt, über was mit ihnen passiert verlieren.

00:14:49: Das ist sehr belastend, weil Kontrolle ist ein menschliches Grundbedürfnis.

00:14:53: Wir brauchen das Gefühl ... Dass wir Dinge beeinflussen und steuern können.

00:14:58: Anderenfalls geraten wir in Stress.

00:15:01: Was

00:15:01: machen wir?

00:15:01: Also, wir versuchen dann, die Kontroll zurückzugewinnen, indem wir uns zum Beispiel verzetteln, versuchen Dinge ganz perfektionistisch abzuarbeiten oder uns auch flüchten in so ganz bestimmte Routinen.

00:15:15: Zum Beispiel sehr rigides Kalorien-Zählen oder die Ad halten oder auch Sportpläne, die sehr unter Druck setzen.

00:15:24: Die sind häufig auch eine Art Kompensationsverhalten.

00:15:26: weil wir das Gefühl haben dass wir eigentlich die Kontrolle über die Welt und unser Leben ein Stück weit verloren haben

00:15:32: kommt mir bekannt vor und auch da wieder so was, was können wir tun?

00:15:36: Also was mache ich wenn ich merke.

00:15:39: Ich bin vielleicht in so einer Spirale drin oder mir ist wirklich einfach alles zu viel Und schau auf mich und merke irgendwie Bin ich festgefahren in dem was du gerade beschrieben hast.

00:15:51: also einmal das innehalten dass überhaupt bewusst wahrnehmen Dass das gerade so ist.

00:15:55: ganz wichtiger erster Schritt

00:15:57: ja

00:15:57: und dann im zweiten Ganz wichtig Prioritäten setzen.

00:16:02: Ich kann mir z.B.

00:16:02: ein Blatt Papier nehmen und da mal alles drauf aufschreiben, was mir durch den Kopf geht, Sorgen, Probleme, Erwartungen, Aufgaben, alle To-do's die so anstehen klein und groß.

00:16:15: Dann habe ich das erst mal geparkt auf diesem Blatt papier.

00:16:17: Ich muss es nicht in meinem Kopf halten der sogenannte Mental Load wird etwas geringer.

00:16:22: Und ich kann dann im zweiten Schritt vor allen Dingen sortieren und mir immer überlegen, was ist wirklich wichtig und dringend?

00:16:29: Was is eher nebensächlich?

00:16:31: Und dann versuchen, mich auf die wirklich essentiellen Dinge zu fokussieren.

00:16:37: Dann im Alltag, dass wir uns auch nicht übernehmen, sondern versuchen, auch kleine Dinge zu schaffen und zu würdigen.

00:16:44: Das ist auch sehr hilfreich für dieses Gefühl der Selbstwirksamkeit, das ich erst mal klein anfange zum Beispiel erst einmal nur den Abwasch mache oder eine E-Mail beantworte.

00:16:55: Und dann kommen wir häufig viel leichter ins Tun.

00:16:57: Wenn wir über Druck ... und Stress sprechen bei der Arbeit, dann möchte ich auch die Führungskräfte gerne wieder ins Boot holen.

00:17:04: Die da ja auch eine ganz wichtige Rolle haben.

00:17:08: mit ihrem Verhalten können sie das verstärken oder können vielleicht auch ganz unbewusst den Druck- und den Stress noch größer machen.

00:17:16: Vielleicht wollen Sie das gar nicht aber es gibt ja vielleicht bestimmte Verhaltensweisen, die uns einfach noch ein Stück weiter untermauern.

00:17:25: Kennst du so verhaltensweise oder habt ihr das auch erforscht von Führungskräften, wo man wirklich sagen kann, dass macht den Stress für die Mitarbeitenden tatsächlich noch größer?

00:17:37: Ja vor allem permanentes Vornahmen wenn die Wertschätzung fehlt.

00:17:42: Das wissen wir mittlerweile aus der vielen Studien, dass es Mitarbeiterinnen häufig darum geht bei der Arbeit gesehen und wertgeschätzt zu werden.

00:17:51: Wenn ich da jemand habe, der immer nur rumnörgelt und mich runtermacht.

00:17:55: Der mich nicht respektvoll behandelt.

00:17:57: Der nicht sieht was ich tagtäglich leistet sondern immer noch eins drauf packen.

00:18:03: ist das auf Dauer sehr belastend.

00:18:05: Was können Führungskräfte tun?

00:18:08: Gerade auch in stressigen Phasen, dass sie ihr Team beschützen und nicht in die ständig Überforderungen gehen sondern einen Arbeitsalltag zu schaffen der machbar ist und wo dieses Gefühl von too much vielleicht gar nicht erst auftaucht.

00:18:23: Also einmal ganz kurz hält sich dafür sorgen, dass der Workload machbar is Sprich, dass genügend Personalressourcen und so weiter vorhanden sind.

00:18:34: Dann Handlungsspielräume ermöglichen?

00:18:36: Dass ich nicht alles kontrolliere und Micro-Manager sondern meinen Mitarbeitenden ein Stück weit auch vertraue.

00:18:43: Dass sie die Möglichkeit haben sich den Arbeitsalltag in gewisser Weise einzurichten wie es zu ihnen passt Auch selbst darüber entscheiden können wie Sie eine Aufgabe konkret erledigen.

00:18:54: also das hier irgendwie ich ja selbst entscheiden und Dinge mitgestalten können.

00:19:00: Wertschätzung, dass sich also nicht nur Feedback etwas kritisch ist das gehört natürlich dazu definitiv aber auch sage was schon da ist was gutes.

00:19:09: Das unterschätzen wir kolossal.

00:19:11: oft denkt mir ach das muss ich ja gar nicht sagen weil der gibt es jetzt gerade nichts zu ändern.

00:19:15: aber menschlich ist das ganz ganz wichtig dass jemand weiß Hey, das hab ich gut gemacht.

00:19:22: Das erkennt jemand an.

00:19:24: Super wichtig für die Motivation und Gesundheit, dass sich jemand einbringt.

00:19:31: Und so eine gewisse Zuversicht auch verbreiten.

00:19:34: Gerade aktuell gibt es sehr viele Sorgen im Zusammenhang mit KI, was wird aus unseren Jobs?

00:19:39: Gibt es Entlassungen

00:19:40: usw.?

00:19:43: Natürlich sollten wir über Sorgen, Risiken sprechen aber auch ... positive Entwicklungen betonen, so einen gewissen Optimismus.

00:19:52: Eine gewisse Grundzuversicht ein Zutrauen, Vertrauen vermitteln und weitergeben an Teams.

00:20:01: Und ganz wichtig auch psychologische Sicherheit dass ich eine Atmosphäre biete oder gestalte in der Mitarbeitende das Gefühl haben hier darf ich mich zeigen Ich darf Unsicherheiten zeigen, ich kann Fehler machen.

00:20:19: Es ist okay wenn ich Rückfragen stelle und das kann man schaffen einmal indem man natürlich Wertschätzen miteinander umgeht aber auch als Führungskraft selbst unsicherheiten weiter gibt beziehungsweise auch Fragen stellt.

00:20:34: also offen zeigt auch ich verstehe noch nicht alles.

00:20:38: lass uns doch mal gemeinsam schauen wie wir hier vorgehen Und dann Menschen so ein bisschen an die Hand nehmen, wie auch neuartige Probleme gelöst werden könnten.

00:20:47: Also es geht heutzutage gar nicht mehr darum dass ich als Führungskraft alles weiß alle Antworten geben kann das ist gar nicht möglich weil die Welt so komplex geworden ist sondern dass ich zeige hey das könnte ein Weg sein.

00:21:00: lass uns das doch mal gemeinsam ausprobieren also diesen Prozess gemeinsamen Gestalt und eine gewisse Struktur eine Richtung vorgeben

00:21:10: Also die Menschen auf die Reise mit zu tun, sie miteinzubinden.

00:21:15: Ich glaube das ist für viele Führungskräfte gar nicht so einfach.

00:21:20: Hast du da vielleicht auch einen Tipp wie eine Führungskraft, die das eher nicht kennt und lieber sagt ich weiß alles?

00:21:25: Und vielleicht selber auch keine Vulnerabilities oder Schwäche zeigen möchte... Wie können wir so eine Führungskraft an die Hand nehmen, um den ersten kleinen Schritt zu machen?

00:21:35: Es geht gar nicht darum, dass ich jetzt alle meine Vulnerabilities im Team teile und da groß über private Probleme spreche.

00:21:42: Das ist nicht notwendig!

00:21:44: Es geht vielmehr darum, das ich zeige, dass sich auch noch nicht alle Antworten habe.

00:21:49: Und zum Beispiel bei einer Aufgabe signalisiere Ich weiß auch nicht was eine Lösung sein könnte.

00:21:55: aber lass uns doch vielleicht mal ABC ausprobieren mich also nicht so als ja allwissend hinstelle oder meine ich müsste immer alles vorgeben sondern mich auch traue zu sagen, ich weiß es noch nicht.

00:22:08: Oder hier habe ich mich geirrt da hab' ich ein Fehler gemacht jetzt weiß ich's besser.

00:22:13: Ja weil das ist ja so eine Grundsätzliche Haltung, die total hilfreich ist bei der Arbeit auch eine gesunde Federkultur.

00:22:19: Absolut!

00:22:20: Entwicklung bedeutet immer feder zu machen und die dann zu korrigieren – auch als Führungskraft.

00:22:25: Und wenn ich das zeige anstatt die große unfehlbare Person zu spielen, ist das total hilfreich fürs Team.

00:22:33: Man kann ganz klein mal so ein Verhaltensexperiment machen in den nächsten Situationen wo ich die Lösung nicht weiß dass sich das mal zugebe und sage... Ich weiß es gerade auch nicht, dass uns doch mal gemeinsam schauen.

00:22:46: Und ich glaube die Wirkung davon wäre riesig!

00:22:48: Ja durchaus.

00:22:51: Ja oft meinen wir das während Zeichen von Schwäche und wir müssten alles wissen.

00:22:56: Das Gegenteil ist der ist der Fall, das ist eine Art der Stärke und wir wissen aus der Forschung dass das Vertrauen im Mensch stärkt.

00:23:03: Das schafft eine Kultur wo man frei sprechen kann, wo man frühzeitig Fehler dann anspricht und sich traut sich einzubringen.

00:23:12: Viele Mitarbeiter bringen sicher auch nicht ein weil sie Angst haben dass ihre Ideen vielleicht blöd werden oder profan oder dass die ausgelacht werden.

00:23:20: Und wenn wir ein offenes Klima der Wertschätzung schaffen, dann fühlen sich Menschen viel mehr abgeholt und willkommen von sich aus einen Beitrag zu leisten.

00:23:32: Du sagst ja auch dass dich aus psychologischer Sicht interessiert wie entsteht innere Stärke losgelöst von Selbstoptimierung?

00:23:42: Was meinst du damit?

00:23:45: Ich finde immer ganz wichtig, dass wir nicht diesen Selbstoptimierungswahn verfallen.

00:23:49: Und mein ich brauche jetzt noch mehr Selbstkontrolle und mehr Output und muss dem ideal ABCDE entsprechen – genauso will ich sein!

00:24:00: Sondern dass wir uns selbst entwickeln im Sinne von das.

00:24:06: wir erkennen was sind meine Stärken?

00:24:08: Wie kann ich die vielleicht weiter ausbauen?

00:24:11: Was sind vielleicht auch Schwächen oder vermeintliche Schwächen, sind das wirklich Schwächen?

00:24:16: in welchen Bereichen führen die konkret zu Problemen?

00:24:18: Dann kann man ja konkret an dem Problem arbeiten.

00:24:24: Ja aber wir leben ja in einer Zeit wo es sehr viele so Ideale gibt und Vorstellungen davon was man alles erfüllen muss und das kann wahnsinnig viel Druck auslösen Und unsere Gesellschaft profitiert ja eigentlich auch nicht davon, dass wir dann alle diesem vermeintlichen Ideal entsprechend und alle gleich sind.

00:24:44: Sondern für unsere Gesellschaft ist es wichtig, das wir uns voneinander unterscheiden.

00:24:48: Menschen sind unterschiedlich und nur so können wir die vielen Nischen, die es eben gibt in unserer Gesellschaft ausfüllen.

00:24:56: Und häufig sind vermeintliche persönliche Schwächen in Wirklichkeit neutrale Eigenschaften oder auch Stärken.

00:25:02: Zum Beispiel Introversion, das beschreibt dass ich eher ruhig bin, Raum für mich brauche es eher anstrengend finde sehr viel wenn sehr viel Trubel um mich herum herrscht.

00:25:16: da sagen Leute häufig ich möchte so nicht sein ich wäre lieber gern extrevertiert.

00:25:20: Ich glaube aber ist gar nicht so Notwendig.

00:25:23: auch Introversionen kann ja hilfreich sein, wenn ich mich leichter damit tue.

00:25:29: Zeit mit mir selbst zu verbringen.

00:25:31: Introvertierte können sich häufig sehr gut lange auf eine Sache konzentrieren und da wirklich tief eintauchen.

00:25:38: Und genau daraus kann ich eine Stärke machen!

00:25:40: und mir dann überlegen, in welchen konkreten Situationen wäre es vielleicht hilfreich wenn ich mich etwas extravertierter verhalte.

00:25:47: Zum Beispiel auf der Konferenz dass ich dann doch mal ein paar Leute anquatsche auch wenn das eigentlich nicht so mal im naturell entspricht.

00:25:54: Das ist hilfreich bedeutet aber nicht, dass sich meine gesamte Persönlichkeit umkrempeln muss nur umso zu sein wie ich glaube wie man sein müsste damit man geliebt wird.

00:26:04: Toxische Grundüberzeugung, die Menschen total unter Druck setzen können.

00:26:09: Total!

00:26:10: Ich höre auch immer wieder – das überrascht mich auch ein bisschen – dass Menschen gar nicht mehr so genau greifen können.

00:26:16: was sind eigentlich meine Stärken?

00:26:18: Also wo bin ich eigentlich richtig gut?

00:26:20: und auch wieder die Frage an dich Was kann ich machen wenn mir das selber gar nicht ... vielleicht das Vertrauen oder auch das Wissen über meine eigenen Stärkungen so ein bisschen abhandengekommen ist?

00:26:32: wie kann ich das rausfinden?

00:26:34: Ich kann einfach mal eine Person, die mir nahesteht, die mich schätzt fragen.

00:26:39: Was schätst du an mir?

00:26:40: Oder was glaubst du sind meine Stärken?

00:26:43: und dann kann man sich darüber austauschen.

00:26:46: Man kann das auch in der Familie am Küchentisch machen, dass man beim Abendbrot darüber spricht, welche Stärke bringt jeder von uns mit?

00:26:54: oder man lässt so ein Zettel rumgehen oder wo dann jeder seinen Namen draufschreibt und jede Person fügt etwas hinzu, was diese ... Person gut kann.

00:27:05: Und da kommen häufig ganz tolle Gespräche in Gang, weil wir sind es in unserem Alter gewohnt permanent an unseren vermeintlichen Schwächen herumzudoktern und uns da mega drauf zu fixieren.

00:27:15: Wir vergessen darüber unsere Stärken.

00:27:18: Und paradoxerweise ist das aber so, dass es viel leichter ist für Menschen ihre Stärkung auszubauen und einen richtigen Hebel rauszumachen als an Schwächen rumzudockern.

00:27:30: Weil wenn ich gut in etwas bin oder eine Stärke habe, dann mach' ich das in der Regel gern.

00:27:34: Und können und mögen bedingen sich dann

00:27:37: wechselseitig.".

00:27:38: Es kommt ne ganz große Ruhe gerade rein, ne?

00:27:40: Ich stelle mir vor wie wir jetzt alle in unser Wochenende gehen... ...und dass mit unseren Familien einfach mal machen.

00:27:45: Ne so ne kleine stärkendusche!

00:27:47: Ich glaube das kann sicherlich nie schaden.

00:27:50: Total.

00:27:51: Da kommen auch häufig Dinge raus über die man noch nie gesprochen hat.

00:27:57: Oft sehen wir ja sehr klar die Stärke unseres Gegenübers, aber wir sprechen das nicht aus.

00:28:01: Weil bedenken ist es selbstverständlich und in Wirklichkeit weiß die Betroffene gar nicht davon oder tut es als profan ab.

00:28:08: Ja, wir gehen ja auch häufig bei unseren stärkten davon aus dass es irgendwie profan und easy ist weil es uns eben leicht fällt.

00:28:15: also wenn du zum Beispiel gut in etwas bist empfindest Du es ja nicht als schwer sondern als leicht und weil du es als leicht empfinden ist unterschätzt du den Wert dieser Kompetenz oder Gabe, die du eigentlich mitbringst.

00:28:29: Ja lass es uns machen!

00:28:31: Sehr gut wir können jetzt über das Thema nicht weiter sprechen ohne die liebe Resilienz an den Tisch zu holen.

00:28:38: und Du sagst ja dass Resilience bedeutet eine gesunde Anpassung fortzunehmen aber nicht unerschütterlich zu funktionieren.

00:28:47: was heißt aus psychologischer Sicht Resiliens jetzt eigentlich?

00:28:51: Das Wort bedeutet Widerstandsfähigkeit.

00:28:54: Gemeint ist aber nicht ununterbrochene Härte, sondern dass ich es schaffe mich flexibel immer wieder an Umstände anzupassen und mich nach Belastungen auch wieder erhole.

00:29:05: also eine Person die jetzt zum Beispiel ein Trauma erlebt hat dann einen Einbruch erfährt tiefe Trauer was auch immer sich dann aber wieder erholt.

00:29:13: erfolgreich die würde man auch als resilient bezeichnen.

00:29:18: Ja, und diese Flexibilität wird immer wichtiger.

00:29:21: Weil unsere Welt ja so sehr im Wandel ist – alles ist so unfassbar komplex!

00:29:27: Das ist gar nicht darum geht permanent zu funktionieren sondern sich neu an Umstände anzupassen auch anzunehmen dass es Krisen gibt Rückschläge Phasen wo's uns nicht gut geht und sich danach aber wieder aufzuraffen.

00:29:44: Ich höre auch immer wieder so landläufig.

00:29:46: Es gibt Menschen, denen sagt man die sind resilient und andere wird zugeschrieben, die sind aber nicht resilient.

00:29:53: Wie ist das mit der Resilienz?

00:29:54: Ist es eine Typfrage oder gibt es wirklich Menschen, die resilienter sind als andere?

00:29:59: Und was kann ich vielleicht auch persönlich tun um meine innere Stärke ganz konkret aufzubauen?

00:30:05: Dieses Konzept von Resilient- versus Nichtresilientenperson entspringt so ein bisschen den Ursprüng der Resilienzforschung.

00:30:14: Die Ursprünge kommen daher, dass man größere Beobachtungsstudien durchgeführt hat.

00:30:20: Unter anderem bei Kindern einer Insel auf Hawaii und da hat man festgestellt das es der Kinder gab die unter sehr widrigen Bedingungen aufgewachsen sind also Gewalt, Armut, psychische Erkrankung der Eltern usw.

00:30:37: Und viele dieser Kinder sind daran zerbrochen.

00:30:40: Aber ein anderer Teil hat sich sehr positiv entwickelt.

00:30:43: Die sind zu gesunden Erwachsenen herangereift und lange Zeit wollte man herausfinden, was das für Persönlichkeitsmerkmal ist, die jetzt diese Kinder charakterisieren.

00:30:55: Erst hat man auch als Hardiness bezeichnet.

00:30:59: Dieser Versuch, der ist aber kräftig gescheitert.

00:31:01: Wir wissen heute aus der Forschung es gibt nicht das eine Merkmal oder die eine Eigenschaft, sondern es sind ganz viele Faktoren, die dazu beitragen ob eine Person resilient ist?

00:31:12: Oder nicht.

00:31:12: und das ist auch kein statischer Zustand, sondern etwas was sich verändern kann über die Zeit.

00:31:17: Es kann sein dass du vor fünf Jahren noch nicht resilient warst jetzt aber deutlich resilienter bist als damals.

00:31:24: Und einen gewissen Anteil spielen sicher persönliche Faktoren, also Gene Persönlichkeits-Eigenschaften.

00:31:32: Es gibt Menschen die sind von Natur aus deutlich stressresistent als andere.

00:31:36: Das hat schon ein biologischen Kern.

00:31:39: das ist also nicht komplett falsch dieser Annahme.

00:31:41: Aber andere Faktore spielen auch eine Rolle.

00:31:44: erstens kann ich an meiner Stresskompetenz auch arbeiten.

00:31:46: Ich kann das ausbauen.

00:31:48: Und ganz wichtig ist hier das Umfeld.

00:31:50: Zum Beispiel früher Erfahrung bin ich aufgewachsen in einer Familie, wo es Liebe gab, Wärme, wo jemand für mich da war.

00:31:58: Das zeigen auch diese frühen Studien.

00:32:01: Ausschlaggeben war es häufig, ob es mindestens eine enge Bezugspersonen gab die dem Kind Rückhalt bot Aber auch im Erwachsenenalter.

00:32:11: Auch bei Krisen, das wissen wir.

00:32:13: Soziale Unterstützung ist ganz wichtig.

00:32:15: Gibt es da Menschen?

00:32:16: Es müssen gar nicht viele sein.

00:32:18: Wo ich das Gefühl habe zu denen kann ich kommen mit meinen Sorgen und die halten mich, die sind für mich da.

00:32:25: Aber auch Überzeugungen wie Selbstwirksamkeit bin ich davon überzeugt dass sich eine Lösung finden werde, dass ich schaffe mit Belastung umzugehen Und all diese Merkmale Male sind einmal Ausschlag geben für Resilienz und Wirken zusammen.

00:32:44: Wir können da aber auch Einfluss drauf nehmen, zum Beispiel auf unsere Haltung wie wir durchs Leben gehen.

00:32:50: das trägt ja dann auch dazu bei ob ich resilient bin oder nicht.

00:32:54: Also was du ja eigentlich sagst ist selbst wenn ich jetzt aus einem schwierigen Umfeld komme unter schwierigen Bedingungen vielleicht auch groß geworden bin Ich kann trotzdem damit anfangen für mich an dem Gefühl, Resilienter zu werden oder Resilienz aufzubauen.

00:33:11: Mit dem was du gerade beschreibst und Du sprichst von Mindset, du sprichest von Haltung, du spielst vom Umfeld Was kann ich vielleicht noch tun?

00:33:20: Vor allem wenn nicht aus dem Glaubenssatz komme weil mir das vielleicht auch schon öfter nachgesagt wurde.

00:33:26: Du bist ja überhaupt nicht stress oder bist nicht belastbar ist ja eigentlich die Aussage die man landläufig trifft so was was was raten wir so einer Person?

00:33:34: Also einmal, wenn jemand mit so Aussagen an mich herantritt.

00:33:38: Sehr vorsichtig sein bei so Etikettierungen also wenn mich jemand in eine Schublade steckt das haut in der Regel wissenschaftlich nicht so hin.

00:33:47: Das tut weh, wenn Leute sowas sagen und es schafft ja auch einen Erwartungseffekt.

00:33:51: Der kann unheimlich stark sein.

00:33:53: Auch das wissen wir aus der Forschung Und als erwachsene Person ist es wichtig sich ein Stück weit davon zu distanzieren Wenn mir jemand so'n Label aufpackt und so eine negative Erwartungshaltung hat.

00:34:06: An allem können wir arbeiten, wir können uns entwickeln und so absolute Kategorien, die greifen in der Regel eh nicht.

00:34:14: Das ist erstens ein Kontinuum von überhaupt nicht resistent bis sehr resistent an.

00:34:20: das kann sich ja auch unterscheiden je nach Lebensbereich.

00:34:23: es kann ja sein dass du in der Arbeit super belastbar bist vielleicht aber nicht im privaten usw.

00:34:33: Häufig beobachten wir ja im Alltag, da gibt's so gewisse Themen die immer wieder aufploppen.

00:34:37: Die uns schwer fallen und da können wir schon hingucken konkret und überlegen was wäre denn der erste kleine Schritt den ich gehen kann um die Situation zu verbessern oder auch erstmal die Situation analysieren?

00:34:52: vielleicht komme ich immer zu spät zu allen Meetings und gerate dann extrem in Stress Und das belastet mich.

00:34:57: dann könnte ich zum Beispiel ansetzen einer Zeitorganisation Also so ganz kleine Stellschrauben anstatt zu versuchen, ein komplett neuer Mensch zu werden.

00:35:08: Ja

00:35:10: und da sind wir auch wieder beim Thema Selbstreflexion was wir vorhin schon so ein bisschen hatten dass ich eigentlich auch viele Werkzeuge in mir habe um in meiner Entwicklung jeden Tag jeden Moment einsteigen zu können.

00:35:21: ja und der erste Der Ansatzpunkt ist sogar noch nicht mal die Veränderung der kleine Schritt, sondern das Erkennen.

00:35:29: Dass ich mich im Alltag immer wieder beobachte, reflektiere – also wie bin ich gerade da?

00:35:36: Warum ist es vielleicht auch so?

00:35:38: und häufig ist es nicht die Veranderung, die ausschlaggebend ist, sondern die Akzeptanz.

00:35:42: Das wissen wir auch wenn wir unangenehme Zustände oder Gefühle, wenn wir sie erstmal annehmen, anstatt die Wettweckdrücken zu wollen werden die häufig schon weniger.

00:35:53: Also wenn ich morgen aufwache und traurig und deprimiert, ist es nicht so hilfreich.

00:35:59: Wenn ich mich fertig mache dafür, dass es mir gerade geht und mich unter Druck setze, dass ich doch jetzt grade happy und entspannt sein sollte, sondern viel hilfreicher ist das wahrzunehmen und erst mal sein zu lassen ohne es abzuwerten oder auch in Stresssituationen.

00:36:15: Vielleicht merke ich immer wieder geradlich in Stress, obwohl ich ja entspannter sein wollte.

00:36:20: Und da hilft es dann häufig zu sagen ... Okay, ich merke gerade.

00:36:24: Ich bin gestresst und ich lasse das erst mal zu- und einfach sein diesen Zustand ohne mich oder irgendetwas anderes verändern zu wollen

00:36:33: sofort.".

00:36:52: im Prinzip die Faktoren, die wir auch eben schon bei den Führungskräften besprochen haben.

00:36:57: Dass die Rahmenbedingungen erstmal angemessen sind also der Workload nicht zu hoch genügend Personal, die Ausstattung stimmt dann dass es eine Kultur gibt in der sich Menschen sicher fühlen das Gefühl haben hier kann ich mich zeigen einbringen ich darf Fehler machen Wertschätzung und Anerkennung Und so ein gewisses Grundvertrauen, eine Zuversicht.

00:37:25: Also das alles tatsächlich dann auch in Prozessen und Strukturen verankern?

00:37:29: Dass ich als einzelne Person nicht davon abhängig bin dass meine Führungskraft es macht sondern dass die Kultur der Unternehmungen ist sich zu Verhalten tatsächlich

00:37:38: In der Regel strahlt das ja auf alle Ebenen aus vom CEO bis in die Einzelnen Etagen, dass sich so eine Kultur verbreitet.

00:37:51: Sowohl konkret in einzelnen Teams als auch generell in der Organisation.

00:37:58: Wir kommen leider auch schon zu unserer letzten Frage aber auch ne sehr beliebte Frage wenn wir über das Thema too much oder Überforderung oder Resilienz sprechen.

00:38:08: Welchen Hack und welcher Flop kommt dir in den Kopf, den du hier mit uns teilen

00:38:12: kannst?

00:38:16: Mein absoluter Heck ist die Distanzierung.

00:38:18: Häufig haben wir ein bestimmtes Problem und sind dann völlig identifiziert damit, dass

00:38:24: es das Problem

00:38:26: überstrahlt.

00:38:27: alles beherrscht unser Denken usw.

00:38:29: Und was da sehr hilft ist sich zu überlegen wie werde ich darüber wohl in fünf oder in zehn Jahren denken?

00:38:37: Das schafft das Tanzen und zeigt dann häufig, dass dieses Problem gar nicht so unendlich groß ist.

00:38:41: Dass es mich jetzt so sehr beherrschten muss sondern Ja, das vielleicht etwas besser loslassen kann.

00:38:51: Was ist mein absolutes Don't?

00:38:54: So well-being Routinen zu folgen, nur weil ich glaube dass die gut sind fürs Well-Being wenn sie vielleicht gar nicht zu mir selbst passen.

00:39:01: Ein Beispiel... Ich bin so eine absolute Night owl und mir würde es jetzt überhaupt nicht helfen wenn ich jeden Morgen um fünf Uhr aufstehe Morgen Routine mache und Journaling, Frühsport usw.

00:39:14: Weil das einfach nicht zu mir meiner biologischen Uhr passt.

00:39:19: Wir dürfen sehr wohl auswählen bei dem ganzen Wellen des Angebots was auf uns einströmt.

00:39:24: Was passt denn wirklich zu mir?

00:39:26: Und lässt sich gut in meinen Alltag integrieren!

00:39:28: Ich muss nicht alles machen von dem ja andere erzählen dass es wünschenswert ist sondern darf auch hier ein Stück weit loslassen.

00:39:35: Das klingt nach einer totalen Entlastung.

00:39:39: Vielen Dank für das schöne Gespräch und ich würde gerne abschließend für unsere lieben Zuhörerinnen und Zuhöre auch nochmal zusammenfassen über was wir heute gesprochen haben.

00:39:51: Was ich ganz, ganz deutlich mitgenommen habe – es hat sich so ein bisschen durchgezogen wie ein roter Faden ist dass ich selber als Person ja ganz viele Werkzeuge in der Hand habe um jeden Tag, jeden Moment mich selber zu regulieren.

00:40:08: Und du hast auch viel davon gesprochen dass ich das am besten mache bevor ich gestresst bin und da auch immer wieder gucke ich nehme mir pausen Ich mache kleine Micro Breaks um ins Atmen zu kommen und vielleicht auch nochmal so reflektieren was sind eigentlich meine Prioritäten?

00:40:26: Das war der moment wo auch eine totale Ruhe eingekehrt ist weil ich habe ja so viele Werkzeuge selber in der Hand.

00:40:32: dann ist mir auch nochmal deutlich hängen geblieben, als wir über die Führungskräfte gesprochen haben.

00:40:38: Dass die auch einige Werkzeuge in der Hand haben um mein Arbeit oder auch die Unternehmungen selber um meinen Arbeitsumfeld vielleicht ein bisschen mehr oder weniger stressig zu machen.

00:40:51: und als größten Treiber hast du da von dem Thema Wertschätzung besprochen also wie wichtig das ist dass ich gesehen werde mir eine positive Bestärkung gibt, auch für die kleinen Dinge um dann zu merken ich habe ja einen positiven Impact.

00:41:08: Ich konnte was erreichen.

00:41:11: Dann haben wir sehr viel über Stärken gesprochen.

00:41:14: Wie wichtig es ist seine Stärkung zu kennen anhand der Stärkung tatsächlich auch arbeiten zu können und da stärken auch etwas sehr... persönliches sind.

00:41:24: Das müssen keine Stärken sein, die vielleicht einer gesellschaftlichen Norm entsprechen sondern wo ich richtig gut bin und damit auch in den Impact zu gehen weil ich es einfach kann und in der Regel mag ich's dann auch.

00:41:38: Dann haben wir über Resilienz gesprochen und das finde ich auch total spannend dass dieser Nonsens zu sagen, manche Menschen sind einfach nicht resilient.

00:41:48: Vielleicht ein bisschen selber an den Psychologen liegt weil es aus einer Forschung von früher kam aber dass das auch da nie zu spät ist zu sagen ich möchte in die Entwicklung gehen so viele Dinge kann ich entwickeln also kann ich auch meine Widerstandsfähigkeit entwickeln und das auf eine Art und Weise zu machen die zu mir passt sie zu meinen Stärken passt Und auch da in die Reflektion zu gehen und anzuerkennen was is in die Akzeptanz zu gehen und dann zu überlegen, wie kann ich vielleicht auch die nächsten Schritte tatsächlich schon gehen.

00:42:17: Und ich habe ganz viel von dem was wir besprochen haben können wir auch an diesem schönen Tomatschbuch nachlesen.

00:42:23: Vielen Dank!

00:42:24: Bevor wir aber wirklich abrunden möchte du da noch etwas hinzufügen zu dem was ich gerade gesagt hab?

00:42:29: Ja vielleicht noch einen Punkt.

00:42:31: Es strümm ja ganz viele Dinge auf uns ein den wir gar nicht her werden können.

00:42:36: Und klar sehr vieles liegt denn unserer Hand Aber eben auch nicht alles.

00:42:41: Unser Befinden hängt immer ab von uns selbst, aber auch vom Umfeld von den Strukturen in denen wir leben.

00:42:48: Also wir sind nicht für alles selbst hundert Prozent verantwortlich und im Alltag hilft es sehr gerade wenn ich zum Beispiel merke die Nachrichten das übermand mich alles Ich weiß gar nicht mehr was werden soll mit der Welt usw.

00:43:01: ganz klar zu überlegen Was liegt in meinem Einfluss?

00:43:05: Und was nicht und mich dann auf das zu fokussieren, was ich selbst beeinflussen und steuern kann.

00:43:12: Weil es bringt niemandem etwas, wenn wir uns mental abarbeiten an den großen Problemen die wir selbst gar nicht steueren und beeinflüßen können.

00:43:21: Da verlieren wir nur Energie, die wir woanders deutlich wirksamer einsetzen können damit es uns aber auch unserem Umfeld gut geht.

00:43:30: Prima!

00:43:31: Herzlichen Dank

00:43:33: Ja, vielen Dank für die Einladung.

00:43:34: Hat mir viel Spaß gemacht!

00:43:35: Sehr

00:43:50: gerne!

00:43:59: Und denkt dran, diesen Podcast gibt's jetzt auch als Video bei Spotify, Apple Podcast und bei YouTube.

00:44:10: Danke fürs Zuhören und Zuschauen und bis zum nächsten Mal!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.